Kraftwerke-Tour

Karneval – früher ein Grund, nach Köln zu fahren. Jetzt suche ich lieber das Weite. Als Fortsetzung der Tour um den Tagebau Garzweiler bot sich da eine Fahrt um die Kraftwerke im rheinischen Braunkohlerevier an. Das Wetter passte, es war klar und kalt, aber nicht zu frostig.

Los ging es direkt aus dem Büro. Nach gut 20 KM Anlauf durch den Kölner Süden und Westen und vorbei an der Glessener Höhe, einer zwischen 1955 und 1970 entstandenen Abraumhalde der Tagebaue, tauchte das Kraftwerk Niederaußem am Horizont auf.

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Hier der Blick von Ober- auf Niederaußem. Das Kraftwerk ist das zweitleistungsstärkste in Deutschland (die Nr. 1 kommt noch), der Kühlturm ist 200 Meter hoch und damit der zweithöchste der Welt. Durchaus beeindruckend! (Ich hatte in diesem Blog irgendwann schon mal geschrieben, dass ich auf Superlative abfahre. Das Höchste, Schwerste, Tiefste, Teuerste usw. ist per se interessant. Davon gab es auf dieser Tour einiges zusehen.) Das kleine dampfende Etwas da links ist übrigens…

… der Kohleveredelungsbetrieb Fortuna-Nord, der von Nahem betrachtet durchaus imposant daherkommt. Hier wird Braunkohle weiterverarbeitet, so dass sie für den Haushalt (Briketts) und die Industrie (Koks, Braunkohlenstaub, Wirbelschichtkohle) nutzbar ist. Die Rohbraunkohle ist ja kein hochwertiger Rohstoff, sie enthält etwa 55% Wasser, das erstmal aufwendig entfernt werden muss.

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Niederaußem liegt buchstäblich im Schatten des Kraftwerks. Was für eine Aussicht… Die wurde nicht besser an der nächsten Station: Bergheim-Auenheim.

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Dieser kleine Ort ist umzingelt vom Kraftwerk, dem Kohleveredelungsbetrieb, der Aschedeponie für die Reste aus den Kraftwerken, der Firma Knauf Gips und Bahngleise. Als ob die Kühltürme im Vorgarten stehen… Dass hier viele Baugrundstücke frei sind, wundert mich nicht.

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Nochmal Auenheim. Der hier entspringende Gillbach wird von Kühlwasser des Kraftwerks gespeist. Das Wasser ist so warm, dass sich Guppies, Buntbarsche und tropische Wasserpflanzen im Gillbach ansiedeln konnten.

www.natur.de/Tropische-Parasiten-im-Rheinzufluss

grüneliebe.de/der-guppybach

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Der Blick zurück. Auenheim liegt hinter dem Bahndamm. Und der Blick nach vorn:

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Das Kraftwerk Neurath, mit einer Leistung von 4.400 Megawatt das größte Kraftwerk Deutschlands. Die beiden Blöcke rechts sind laut RWE das modernste Braunkohlekraftwerk der Welt. Sie wurden 2012 eröffnet und haben 2,6 Milliarden Euro gekostet.

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Doch zunächst führte mich der Weg durch Rath, wo Umsiedler aus den abgebaggerten Dörfern Garsdorf und Frauweiler angesiedelt wurden und auf die Frimmersdorfer Höhe (eine weitere Abraumhalde). Hier wird deutlich zukunftsfähigerer Strom produziert. Bzw. hauptsächlich erforscht, denn auf der Frimmersdorfer Höhe werden Prototypen von Windrädern erprobt. Es ist das größte „Windtestfeld“ in Deutschland. Von oben hat man auch einen guten Blick auf…

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… das Kraftwerk Frimmersdorf. Das war in den 70ern das größte Braunkohlekraftwerk der Welt. Heute ist es weitgehend stillgelegt, nur zwei von 16 Blöcken befinden sich in „Sicherheitsbereitschaft“. Laut Wikipedia (der ich die meisten hier aufgeführten Fakten entnommen habe) ist das Gebäude endlose 900 Meter lang.

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Direkt neben dem Kraftwerk verlaufen Bahnschienen. Das ist ein Thema für sich. Die Tagebaue Hambach und Garzweiler verfügen nämlich über sogenannte „Grubenanschlussbahnen“, die die Kraftwerke und Kohleveredelungsbetriebe mit Kohle versorgen. Bienenfleißig fahren die Züge hin und her: „Jährlich transportiert die Werksbahn rund 65 Millionen Tonnen Rohkohlen und bis zu 3 Millionen Kubikmeter Abraum, Löss und Kies“ (schreibt RWE Power). Im Bild ist ein leerer Zug Richtung Kohleverladestelle des Tagebaus Garzweiler unterwegs, die etwa drei Kilometer von hier entfernt liegt. Diese Strecke heißt „Nord-Süd-Bahn“, ist 31 Kilometer lang und führt von Garzweiler ins Industriegebiet nach Hürth-Knapsack. Die „Hambachbahn“ ist 21 Kilometer lang und dockt bei Auenheim (diesem Örtchen bleibt aber auch nichts erspart…) an die Nord-Süd-Bahn an.

Nun ging es über die nächste Abraumhalde, die Vollrather Höhe. Übrigens ein ganz netter Anstieg auf Asphalt! Oben gibt es natürlich wieder einen Windpark.

Am Neurather See hat RWE in den 90ern eine Photovoltaikanlage errichtet, seinerzeit die größte in Deutschland. Seitdem hat RWE einige Milliarden Euro in Kohlekraftwerke investiert, und die Photovoltaikanlage kommt mir vor wie vergessenes (und schon etwas vergammeltes) Feigenblatt.

Der See ist natürlich auch ein Überbleibsel eines Tagebaus. Im rheinischen Braunkohlerevier ist kaum ein Stein auf dem anderen geblieben, wie die hier verlinkte Karte von RWE eindrucksvoll zeigt: Alles, was bunt eingefärbt ist, wurde oder wird genutzt. Die Kraftwerke sind auch eingezeichnet:

www.rwe.com/energietraeger/braunkohle/Revierkarte.pdf

Aus dem Kraftwerk Neurath führt diese seltsame Konstruktion: Eine komplett „eingehauste“ Bandanlage, über die die im Tagebau Garzweiler gewonnene Braunkohle zum Kraftwerk transportiert werden kann, ergänzend zur Werksbahn.

Da isses nun, das Kraftwerk Neurath. Ziemlich gewaltig, diese Konstruktion. Aber auch ein ziemlicher Klima- und Gesundheitskiller. Laut Europäischer Umweltagentur „verursacht das Kraftwerk Neurath die achthöchsten Schadenskosten (jährliche Kosten der Umwelt- und Gesundheitsschäden) aller europäischen Industrieanlagen“. Wow! Die 28.000 größten Industrieanlagen wurden untersucht. Da muss man es erstmal auf Platz 8 schaffen! Traurigerweise ist das Kraftwerk Niederaußem sogar noch schlimmer: Platz 4. Und das ebenfalls von RWE betriebene Kraftwerk Weisweiler schafft Platz 9. Dreimal in den Top 10! Nochmal Wow! Da behaupte noch jemand, Deutschland sei Vorreiter im Klimaschutz… Und dafür werden Dörfer abgebaggert und Landschaften auf Jahrzehnte verschandelt. Oh Mann!

Unmittelbar vor dem Kraftwerk steht das mit 11 Hektar Fläche (das sind etwa 16 Fußballfelder) größte Gewächshaus Nordrhein-Westfalens (Stand 2011). Hier wird die Abwärme des Kraftwerks zur Tomatenzucht verwendet.

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Die neuen Blöcke F und G vom Typ „Braunkohlekraftwerk mit optimierter Anlagentechnik“ in der Abendsonne. Ich werde mal im Dunkeln an den Kraftwerken und dem Treibhaus vorbeifahren, das sieht sicher cool aus.

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Ein leerer Zug der Werksbahn auf der Nord-Süd-Bahn.

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Straßenszene in Bergheim-Rheidt, im Hintergrund das Kraftwerk Niederaußem.

Nächste Station war das Umspannwerk Rommerskirchen – irgendwie muss der produzierte Strom ja schließlich verteilt werden. Von diesem Umspannwerk führen Strommasten in alle Himmelsrichtungen, u.a. beginnt hier eine 341 Kilometer lange „Höchstspannungsleitung“, die bei Ludwigsburg in Baden-Württemberg endet.

Letztes Ziel, nicht weit entfernt: Die Umspannanlage Brauweiler, bei ihrer Errichtung 1928 die weltweit größte und heute immer noch eine der größten in Deutschland. Von hier wird der nördliche Teil des europäischen Stromübertragungsnetzes (Belgien, Bulgarien, Deutschland, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn) koordiniert. Potzblitz! Und dann reichte es mir auch, die Sonne stand schon tief.

Eine lehrreiche Tour war das! Ich war 90 KM unterwegs. Die Strecke verbirgt sich hinter diesem Link.

Erwähnen möchte ich die Homepage von Dr. Peter Zenker, der viel Wissenswertes über Neurath und Braunkohle veröffentlicht hat. Wer sich näher mit den Themen befassen möchte, dem sei die Seite ans Herz gelegt:

www.peter-zenker.de

Weitere Information:

de.wikipedia.org/Kohleveredlungsbetrieb_Fortuna-Nord

de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Niederaußem

de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Neurath

de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Frimmersdorf

www.windtest-nrw.de/testfeld-grevenbroich

www.rwe.com/Die-Werksbahn-von-RWE-Power-im-Rheinischen-Revier.pdf

www.rp-online.de/nrw/staedte/grevenbroich/mega-treibhaus-jetzt-in-betrieb

www.neurather-gaertner.de

de.wikipedia.org/wiki/380-kV-Leitung_Rommerskirchen-Bürstadt-Hoheneck

de.wikipedia.org/wiki/Umspannanlage_Brauweiler

www.rwe.com/innovation/rohstoffe/Braunkohle-ein-heimischer-Energietraeger-PowerPerspektiven-2011-.pdf

 

 

 

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Traumpfädchen Moseltraum

„Auf den Spuren des Moselweins“ wandelt man laut Beschreibung auf dem Traumpfädchen „Moseltraum“ bei Winnigen. Dass Anna und ich bekennende Nicht-Weintrinker sind, hielt uns aber nicht von der Winter-Erstbegehung des im Herbst eröffneten Weges ab. Tatsächlich war die Runde durch die Weinberge mit verschiedenen Ausblicken auf die Mosel sehr schön und abwechslungsreich – das muss man bei einer Länge von nur 3,4 Kilometern erst mal hinkriegen!

Vorbei an einer Berggolf-Anlage (jaja!), alten Stützmauern von Weinberg-Terrassen und Haufen von Trester von der letzten Weinlese ging es zum Aussichtspunkt „Vogelsang“ (tirili!), der auf halber Höhe liegt.

Nun führte der Weg durch die steilen Weinhänge bergauf zur Domgartenhütte, die heute eine vernebelte Aussicht parat hatte.

Die Mosel war braun und stand ziemlich hoch. Das Dorf da unten, das ist Winningen. Übrigens führen der Moselhöhenweg, der Moselsteig, der Rheinburgenweg, der Winninger Hexenpfad und der Wanderweg „Mosella-Zauber“ (mein Favorit!) zeitweise parallel. So eine geballte Ladung Wanderweg-Kompetenz ist doch ein gutes Zeichen 🙂 Nach der Domgartenhütte ging das Traumpfädchen durch Wiesen, Wein und Felder auf den Moselhöhen und dann wieder bergab Richtung Start. Eine schöne kleine Tour!

www.traumpfade.info/traumpfaedchen/moseltraum/

www.berggolf.de/

 

Grüngürtel und Stadtwald im Schnee

Letzten Mittwoch traute ich beim Aufstehen meinen Augen nicht: Es hatte geschneit. Schön! Da ich wegen einer zu organisierenden Veranstaltung, die bis spät abends dauern sollte, erst mittags zur Arbeit gehen konnte/durfte/musste, war eine flotte MTB-Runde durch den Grüngürtel und den Stadtwald drin.

Los ging es in der Morgendämmerung auf dem Herkulesberg, dem „größten von insgesamt elf Trümmerbergen im Kölner Stadtgebiet“ (Wikipedia). Immerhin 25 Meter ragt er aus dem benachbarten Gelände, was für einen schönen Blick auf den Dom & Co. locker reicht. Die Fotos 2-5 der Galerie sind von der Brücke Richtung Mediapark gemacht. Das ist der Lieblingsplatz einer Autorin der Kölnischen Rundschau:

www.rundschau-online.de/koeln/mein-lieblingsplatz-truemmertraeume-am-herkulesberg

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Innerer Grüngürtel und Fernsehturm mit dem dämlichen Namen „Colonius“. Dafür ist er 266 Meter groß.

Aachener Weiher, Clarenbachkanal und Rautenstrauchkanal.

Decksteiner Weiher. Jetzt wurde es knapp! Tauwetter! Ich konnte nicht so schnell fahren, wie der Schnee schmolz.

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Adenauerweiher und Stadion. Hier war die Schneesituation wieder deutlich besser.

Im Stadion waren großflächig Höhensonnen im Einsatz, nicht wegen oder gegen den Schnee, sondern ganz planmäßig, damit das Grün auch im tiefsten Winter richtig satt ist. Offen war das Stadion nicht, die Fotos hab ich durch den (geschlossenen) Zaun am Fanshop gemacht.

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Es hat gereicht! Immer noch Schnee am Rande des Blücherparks, kurz vor der Haustür. Juhu – eine echte Winterrunde 🙂

Rundblick vom Kölntriangle

Krankgeschrieben bin ich, und bei der Gelegenheit mit Ausgehsperre und Muße kann man mal Sachen bloggen, die sonst unter den Tisch gefallen wären. Weil zu banal. Oder Fotos nicht bääääämmm genug. Oder keine Zeit / keine Lust. Deshalb also jetzt nachgereicht der Rundblick von der Ausichtsplattform des Kölntriangle genannten Hochhauses zwischen Hohenzollernbrücke und Deutzer Bahnhof.

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Das Hochhaus steht quasi gegenüber vom Dom, mit 103,2 Metern Höhe ist es nicht zu übersehen. Die Aussicht ist dementsprechend klasse! Die 3 Euro Eintritt waren eine sehr gute Investition, Anna kann’s bestätigen.

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Hier der Blick rheinaufwärts (Oder abwärts? Jedenfalls gen Süden). Was da im Hintergrund am Horizont leuchtet, sind die Chemie- und Erdölwerke in Wesseling.

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Deutzer Bahnhof und Lanxess Arena. Von der Qualität der Bilder, die ich freihändig durch eine Glasscheibe geschossen habe, bin ich mal wieder geplättet.

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Großbaustelle auf dem Messegelände. Hier entsteht die „MesseCity Köln“, 600 Millionen Euro werden verbuddelt, verbaut und hoffentlich nicht versenkt.

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Blick gen Norden. Hier leuchten am Horizont die Ford- und Bayer-Werke. Damit wären wir einmal rum.

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Von unten isses aber auch schön! Kaiser Wilhelm I. hoch zu Ross hat sowieso alles im Blick.

Wikipedia führt ja über alles Listen. Also auch über die Hochhäuser in Köln, wie ich gerade sehe. Hier liegt das Kölntriangle nur auf Platz 8 – das hätte ich weiter vorne vermutet.

de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Hochhäuser_in_Köln

messecity-koeln.de/

www.koelntriangle.de/de/aussichtsplattform/

Feierabendtour am Rheinufer, Richtung Norden

Es gibt Ecken, die man sich besser im Dunkeln anschaut. Teile der heutigen Strecke sind solche Ecken, denn im Norden von Köln gibt es viel Industrie, mit allem drum & dran und einem ganz eigenen Charme…

 

Gefühlt ist das Hochwasser schon abgehakt, aber selbst jetzt, wo der Pegel um zwei Meter gefallen ist – Hochwasser ist das immer noch. Erstaunlich, wie viel Treibgut der Rhein mitführt. Bzw. nicht erstaunlich, denn bei Hochwasser wird mal alles, was sich am Ufer gesammelt hat, weggespült.

 

Das ist der Blick von der Brücke auf den Mülheimer Hafen. Hier ist noch richtig Betrieb mit Güterschiffen. In die andere Richtung sieht man die Fordwerke. Am Ufer kann man da nicht langfahren, es geht immerhin drei Bahnhaltestellen lang (Fordwerke Süd, Fordwerke Mitte und Fordwerke Nord) durch das Gelände.

 

Gegenüber auf der anderen Rheinseite ist es nicht besser. Das erste Bild zeigt den Blick von der Leverkusener Brücke auf den Chempark, ein Un-Ort wie er im Buche steht. Wobei das Panorama im Dunkeln schon beeindruckend aussieht. Irgendwie schaurig-schön! (Nur am Rande: Ich lege die Kamera im Dunkeln immer auf festen Grund, sonst sind die Fotos verwackelt. Hier musste ich irritierenderweise feststellen, dass das Brückengeländer ständig vibriert. Da wundert’s nicht, dass die Brücke ein dringender Sanierungsfall ist.)

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Nächste Station war Kasselberg. Dieser kleine Flecken ist dadurch bekannt, dass er bei einem Pegel von 8,30 m nur noch per Boot erreichbar ist. Diesmal war der Höchststand 8,80 m, und ich hatte in der Zeitung gelesen, dass Stege aufgebaut werden und der Campingplatz geräumt wird. Letzterer stand immer noch halb im Wasser, sonst sah man außer ein bißchen Absperrband keine Spuren mehr vom Hochwasser. Übrigens frage ich mich, wieso man dort Campingurlaub machen will? Bis auf den Rhein ist die Gegend ziemlich unschön, der Blick auf die Autobahnen, die Mülldeponie und den Chempark sind nun nicht gerade der Burner. Aber Geschmäcker sind ja verschieden…

 

Vielleicht ist ja das (bei meiner Tour leider geschlossene) Ausflugslokal „Zum Gretchen“ das ausschlaggebende Argument. Und Richtung Norden wird es ansehnlicher. Ich bin auf dem Deich weiter bis zur Fähre in Langel gefahren, für deren Betrieb das Wasser noch zu hoch stand. Hier der Blick auf Hitdorf und auf ein paar rastende Schwäne.

 

Zurück ging es am Fühlinger See entlang. Woher die Kamera das Licht holt, kann ich mir kaum erklären. Beim Fotografieren war es stockdunkel, das versichere ich hiermit! Trotzdem oder gerade deshalb finde ich die Fotos klasse!

Knapp drei Studen habe ich für diese geradelte Fotosafari gebraucht. Die Tour passte gut in die Jahres- und Tageszeit, der hohe Wasserstand machte es rund.

 

 

Aus aktuellem Anlass: Hochwasser in Köln

Als ich am Sonntag Abend aus dem Zug stieg, wollte ich mir die Situation am Rhein mit eigenen Augen anschauen. Nicht nur in meiner Eigenschaft als Katastrophentourist: Morgen soll der Neujahrsempfang der TH Köln stattfinden, blöderweise mitten im Hochwassergeschehen, nämlich im Schokoladenmuseum.

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Um 19 Uhr lag der Pegel bei 8,60 m. Langsam wird es ernst. Die Drehbrücke am Schokoladenmuseum ist nicht mehr passierbar (siehe Foto). Das Parkhaus im Rheinauhafen macht bei 9 Metern zu. Am Montag vormittag wird der Höchststand von knapp 9 Metern erwartet, dann soll das Wasser wieder fallen. Die Atmosphäre am Rhein ist ganz unaufgeregt und kontrolliert. Da der Pegel nur um 1-2 Zentimeter pro Stunde steigt, kann man sich in Ruhe vorbereiten. Ich hab da vollstes Vertrauen in die Einsatzkräfte!

 

Der Rheinauhafen ist voll bis obenhin. Die Rheinschiffahrt ist eingestellt, die riesigen Pötte liegen vertäut in Zweierreihe am Ufer – ein cooler Anblick. In der Altstadt sind die Spundwände aufgestellt. Es wird wohl wieder gut ausgehen!

www.hw-karten.de/Hochwassergefahrenkarte

www.steb-koeln.de/hochwasser-und-ueberflutungsschutz/wasserstandsvorhersage

Durchs Müllerthal bei Echternach und Berdorf

Nachreichen möchte ich die Tour am zweiten Tag unseres Echternach-Aufenthaltes – genauer gesagt an Silvester: Da stand die Erkundung der Kleinen Luxemburgischen Schweiz auf dem Programm. Vormittags waren Anna und ich auf dem überaus prosaisch mit „E1“ benannten Wanderweg unterwegs, der aber – wie am Vortag die Runde in Bollendorf – spektakuläre Felsformationen, Aussichten, Wasserfälle und schöne Wälder zu bieten hatte. Der Weg ist 12,7 KM lang, etwa 500 Höhenmeter müssen überwunden werden. Start und Ziel ist Echternach. Das ist die Strecke:

www.outdooractive.com/de/wanderung/von-echternach-durch-die-wolfsschlucht/

Und hier ein paar Impressionen.

 

Die Felsen bestehen aus Sandstein und sind relativ banal durch „Fließgewässererosion“ entstanden. Komisch, dass das in dieser Gegend so geballt passiert ist, während solche Felsen andernorts gar nicht zu finden sind! Warum auch immer, die markanten Punkte auf unserer Wanderung heißen jedenfalls Hohllay, Amphitheater…

 

… Perekop und Wolfsschlucht (mit 50 Meter hohen Felsen), die Aussichtspunkte Trooskneppchen (von hier stammt das Panoramofoto von Echternach) und Geyerslay. Wer schon mal dort war, wird sich erinnern.

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Nachmittags sind wir dann mit der ganzen Rasselbande noch einmal von Berdorf aus losmarschiert, durch die „Siewenschlüff“ mit ganz engen Durchlässen (siehe Foto) und über steile Treppen durch die dunkle „Räuberhöhle“. Die Region hat echt was zu bieten! Hier gibt es weitere Informationen:

www.explorerviews.de/luxemburger-schweiz-bizarre-strukturen

www.mullerthal.lu/de