Feierabendtour in den Dünnwalder Wald

Mache ich im Moment eigentlich deshalb so viele Touren, damit ich bloggen kann? Oder doch eher, weil’s einfach Spaß macht? Diese Frage stellt sich mir, vorm Rechner sitzend. Es ist wohl so, dass ich viel unterwegs bin, weil mit der Zeitumstellung in ein paar Tagen erstmal für ein paar Monate Feierabend ist mit Feierabendtouren. Das Bloggen im Nachgang gehört aber derzeit unbedingt dazu! Jetzt bedauere ich, dass ich meine Touren nicht schon früher auf diese Art festgehalten und häufig noch nicht mal immer Fotos gemacht habe. Dass das Wetter gerade besser nicht sein könnte, verstärkt natürlich den Bewegungsdrang. Ich habe jetzt schon keine Lust auf die Dunkelheit, während Kälte mir relativ egal ist.

Von Dunkelheit und Kälte war heute noch nichts zu spüren. Deshalb ging es in den Sattel Richtung nord-ost-rechtsrheinisch. Der Dünnwalder Wald – neben dem Königsforst der größte Wald Kölns – stand mit ein paar netten Besichtigungen auf der Agenda. Erste Station war die Dellbrücker Heide. Dieses Naturschutzgebiet kann sich glücklich schätzen, die Blauflügelige Ödlandschrecke zu beherbergen. Ich habe das seltene Insekt aus der Familie der Feldheuschrecken leider nicht angetroffen. Gefallen hat es mir trotzdem, vor allem der See mit seinen steilen Ufern.

Direkt nebenan liegt mit dem Höhenfelder See ein weiterer Baggersee, ein ziemlich großer sogar. Stimmung, Licht und Farben waren echt klasse!

Nun habe ich mir endlich mal die Finnensiedlung in Höhenhaus angeschaut. Die Anlage entstand ab 1944 für ausgebombte Kölner Familien. Wie es zur Entstehung und zum Namen kam, lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren. Angeblich kam das Baumaterial für die 158 Holzhäuser aus Finnland, was in dieser Phase der Krieges eher unwahrscheinlich klingt, würde ich meinen. Jedenfalls tragen die meisten Häuser heute stolz die Denkmal-Plakette, und es ist ein Eckchen mit einem besonderen Flair.

Sehr nett und gut besucht war der Tierpark Dünnwald. Wisente, Damwild, Mufflons und Wildschweine lassen sich in großen Gehegen geduldig beobachten und natürlich füttern. Die Wildschweine kamen direkt angewetzt, sind aber sofort wieder verduftet, als sie merkten, dass ich nichts Essbares dabei hatte. Keine Zeit mit so einem unergiebigen Besucher verschwenden, werden sie sich gedacht haben, clever wie sie sind!

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Hier noch die obligatorische Herbst-Impression aus dem Wald.

Das Naturschutzgebiet Hornpottweg – auch eine ehemalige Kiesgrube – war das letzte Ziel des Ausflugs. Mit seinen steilen Hängen, um die ein Rundweg führt, hat es mich an ein Maar erinnert. Vom Weg hat man immer wieder eine tolle Aussicht. Die vielen seltenen Tiere ließen sich nicht blicken, gesehen habe ich immerhin ein paar Kühe, die mehr oder weniger halbwild unten herumlaufen.

Nach gut 25 KM ohne jegliche konditionelle Ambitionen habe ich auf dem Rückweg über die Mülheimer Brücke ein bißchen Druck auf die Pedale gegeben. Am Ende waren es gut 40 KM. Diese entspannte Tour passte gut zum Feierabend!

Hier gibt es weitere Informationen:

www.dellbruecker-heide.net/

www.wildpark-duennwald.de/

wp.fotoreiseberichte.de/deutschland/koeln/gebiete-und-sehenswuerdigkeiten/nsg-am-hornpottweg/

 

 

 

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Feierabendtour um den Altenberger Dom

Das anhaltend schöne Wetter treibt mich hinaus. Wenn jetzt nicht Überstunden abgebaut werden, wann dann? Unter diesem Motto verließ ich gutgelaunt das Büro, um mich Richtung Odenthal aufzumachen, wo ich den Grafen- und Mönchsweg radeln wollte, das ist der Bergische Streifzug Nummer 6.

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Da ich an dieser Stelle nicht nur das Besondere, sondern auch das Alltägliche zeigen möchte, poste ich dieses Foto, geschossen von der Südbrücke. Von Höhe Dom bis hinter die Südbrücke fahre ich täglich am Rhein entlang zur Arbeit.

Auf den 11,4 KM langen Grafen- und Mönchsweg bin ich in Odenthal eingestiegen. Der Weg führt als eine 8 ganz nett durch Wälder und an der Dhünn entlang. Als Wanderer wäre mir der Straßenanteil allerdings etwas zu hoch.

Kurz hinter Odenthal sorgte dieses malerische Ensemble für Begeisterung: Das „Steiner Wind- und Wassermuseum“ des Modellbauers Günter Blömer. Der Kölner Dom in einer Buddelflasche, Schiffe und Mühlen als komplexe Modelle – da hat jemand gaaaaaanz viel Zeit in eine Sache investiert, die manchem etwas wunderlich erscheinen dürfte. Sowas mag ich.

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Meistens sind Wanderwege relativ problemlos mit dem Rad zu bewältigen. An dieser Rampe wäre allerdings auch mit einem MTB auf ca. 150 Metern nix zu machen gewesen, das hieß also schieben und ich war froh, dass es bergauf und nicht bergab ging!

Oben angekommen, war das Werk von Archäologen zu bewundern, die mit schwerem Gerät – aber durchaus akkurat – den Waldboden eingeschnitten haben. An dieser Stelle stand die Burg Berge, der Stammsitz der Grafen zu Berg (das ist der Grafen-Teil des Grafen- und Mönchsweges). Nach ihnen ist das Bergische Land benannt. Da hab ich doch wieder was gelernt! Von der Burg ist kaum noch etwas zu sehen, da die Mönche der Abtei Altenberg die Steine für den Bau ihres Zisterzienser-Klosters nutzten (das ist der Mönchs-Teil des Grafen- und Mönchsweges).

Der nächste Aufreger folgte im Tal: Reichlich angejahrter Meeresboden im Privatbesitz. Was es nicht alles gibt! Ich hätte den längst bei Ebay eingestellt, so ein Ding kann bei einer Auktion schnell durch die Decke gehen!! Aber das muss ja jeder selber wissen.

Höhepunkt der Tour war der Altenberger Dom. Die Sonne stand tief und brachte die Fenster über dem Eingang zum Leuchten. Genau das werden die Erbauer beabsichtigt haben. Klasse! (EDIT: Erst beim Bloggen google ich, dass das mittlere Fenster an der Westfassade das „größte gotische Bleiglasfenster nördlich der Alpen“ ist. Entstanden ist es um das Jahr 1400, und es hat in den letzten 600 Jahren nichts von seinem Zauber verloren.) Der Endspurt führte an der Dhünn entlang, vorbei am Wildpark Altenberg (ich habe leider weder Mufflons noch Schwarzkittel erspähen können) bis Odenthal und nach Bergisch Gladbach, wo ich nach gut 45 KM in unter 3 Stunden die S11 Richtung „Düsseldorf Flughafen Terminal“ bestieg. Eine schöne Tour!

Hier gibt es weitere Infos:

www.bergisches-wanderland.de/de/bergische-streifzuege/alle-streifzuege/6-grafen-und-moenchsweg-odenthal-114-km/index.html

www.altenberger-dom.de

Artikel über den Modellbauer Günter Blömer im Kölner Stadtanzeiger

 

 

Glessener Höhe und Kölner Randkanal

Gestern kamen Anna und ich von einer Tour von Venedig über Triest nach Istrien zurück. Nach so einem Aktivurlaub habe ich normalerweise keine Hummeln im Hintern und bin gar nicht traurig, wenn es bei der Rückkehr erstmal 1-2 Tage regnet. Aber diesmal war das Wetter so toll, dass ich eine Runde drehen musste, und zwar mit dem MTB und auf bekannten Wegen: Auf die Glessener Höhe und am Kölner Randkanal entlang an den Rhein.

Erste Station war (wenn man das immens große Neubaugebiet in Widdersdorf außer acht lässt) die im 11. Jahrhundert gegründete Abtei Brauweiler. Hier war von 1933 – 1945 ein KZ bzw. ein Gestapo-Gefängnis.

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Mein persönliches Highlight ist aber der angeblich 1.000 Jahre alte Maulbeerbaum im Park, den ich ob seines buschartigen Wuchses erst auf den zweiten Blick identifizierte.

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Bei diesem Wetter versprüht sogar der Erftkreis einen gewissen Charme. Hier ist im Vordergrund das weiße Gold der Börde zu sehen (bzw. die Vorstufe: Zuckerrüben fein säuberlich aufgereiht). Im Hintergrund wird das braune Gold der Börde (Kohle) in Energie umgewandelt. Ich finde es übrigens erschreckend zu sehen, wie die Windräder am linken Bildrand die Landschaft verschandeln.

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Zwei weitere Ergebnisse der Kohleverstromung sind auf diesem Foto zu sehen: Die Hochspannungsmasten (es sind deren viele) und die Glessener Höhe, eine Abraumhalde des Braunkohletagebaus.

Mit 206 Höhenmetern ist sie die höchste Erhebung der Ville und des Erftkreises. Ich pflege ja gewöhnlich ein Gipfelselfie zu machen, aber das habe ich angesichts der relativ einfachen Auffahrt irgendwie verdaddelt. Trotzdem ist die Halde ein gutes Revier fürs MTB, hier kann man durchaus Höhenmeter sammeln. Und vom Gipfelkreuz hat man einen sehr schönen Blick auf die Kölner Bucht. Der Aussichtspunkt Richtung Eifel, Sophienhöhe und Jülich ist leider so zugewachsen, dass man kaum noch etwas sieht.

Vom Gipfelkreuz ging es hinab in den Königsdorfer Forst. Indian Summer bei strahlend blauem Himmel, schöner geht es nicht! Ganz faszinierend finde ich die beiden Buchen, die nach ein paar Metern zusammengewachsen sind. Hat da jemand nachgeholfen? Über die Alte Aachener Straße führte der Weg nach Königsdorf und zum Ausgangspunkt des Fahrradweges am Kölner Randkanal.

Der Entwässerungskanal wurde in den 1950er Jahren errichtet, um den Erftkreis vor Überflutungen zu schützen. Er wird betrieben vom „Zweckverband Kölner Randkanal“ und ist nun wirklich ein reiner Zweckbau. In dem Betonbecken dürfte nicht ein einziger Molch, Lurch, Frosch oder Olm leben. Immerhin wird das Wasser zur Gewinnung sauberer Energie genutzt.

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Der Kanal ist 20 KM lang und mäandriert von Königsdorf durch den Kölner Nord-Westen. Hier eine Panorama-Aufnahme (mein neues Lieblings-Gimmick) von unterwegs. Links die Glessener Höhe, Mitte rechts der Turm der Abtei Brauweiler und ganz rechts der Golfplatz bei Lövenich.

In Worringen, haarscharf an der Grenze zum Kreis Neuss, verschwindet der Kanal in einem „Einlauf“ und wird unterirdisch Richtung Rhein geleitet. Crazy!

Crazy, aber offensichtlich nötig, denn der Chempark Dormagen liegt im Weg. Spooky!

Im Alten Hafen von Worringen taucht das Wasser dann wieder auf und ergießt sich in den Rhein. Das war’s! Hier hat der Zweckverband Kölner Randkanal übrigens den „Mündungspark“ errichtet, der heute von ein paar sehr freundlichen und angetrunkenen Zeitgenossen bevölkert wurde. Es war mir ein Vergnügen!

Noch in Worringen fuhr ich dann in das Naturschutzgebiet Rheinaue Worringen-Langel am Rhein entlang bis zur Fähre Langel-Hitdorf, wo bei diesem Wetter richtig was los war. Im Hintergrund ist die Leverkusener Brücke und der Chempark zu sehen. In Langel bin ich vom Rhein abgebogen und über die Neusser Landstraße gen Heimat gefahren. Da ich kalorienmäßig unterversorgt war, kam ich mit ganz weichen Knien zuhause an. Dieser Mangel konnte aber schnellstens behoben werden.

Fazit: Eine Top-Tour von Haustür zu Haustür. Das hat auch was für sich. Am Ende waren es 81 KM in etwas weniger als 5 Stunden.

Das ist die Strecke:

https://www.naviki.org/de/naviki/route-planen/?tx_naviki_pi_way%5Buid%5D=12940694#p=51.067182846365604,6.801910400390625&z=13

Hier gibt es weiter Infos:

www.abteibrauweiler.lvr.de/de

www.domradio.de/sites/default/files/pdf/Koenigsdorfer_Wald.pdf

www.koelner-randkanal.de

www.regio-gruen.de/regiogruen-umsetzen/projekte-detail/poi/14950/der-randkanal-fahrradroute/index.html

www.nabu-station-l-k.de/projekte/k-rheinaue/

Nordeifeltour

Der Ausgangspunkt für diese Tour war, dass Anna mir mal von einer außergewöhnlichen Kapelle erzählt hatte. Irgendwann hab ich mal gegoogelt: Aha, bei Bad Münstereifel liegt die. Nochmal gegoogelt, und auf einmal taten sich viele schöne Ziele auf, die sich bei einer Radtour wunderbar miteinander verbinden ließen: Die Alten Römer, eine Höhle, der Zweite Weltkrieg, Astronomie, Heino, Eifelblicke, die besagte Kapelle und natürlich schön viele Höhenmeter waren die vielfältigen Gründe, warum ich diese Tour unbedingt noch in diesem Jahr fahren wollte. Herbert war mit am Start, und da der Wetterbericht nach viel Regen für den anvisierten Fahrtag Sonne vorhersah, haben wir uns bei allerbestem Spätsommerwetter Richtung Mechernich aufgemacht.

Start war in Breitenbenden. Hier führt der Römerkanalwanderweg entlang. Die „Eifelwasserleitung“ ist ein wirklich beeindruckendes Bauwerk, wenn man sich die Entstehung (1. Jh.), die Dimension (100 KM Länge) und den Zweck (kalkhaltiges Wasser für die antike Großstadt Köln, wo eigentlich genug Wasser verfügbar war) vor Augen führt.

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Hier das Aquädukt bei Vussem (rekonstruiert), der „Aufschluss“ bei Eiserfey und das Sammelbecken in Eiserfey. Ein guter Start!

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… der ergänzt wurde durch ein wenig Kunst am Straßenrand. Oder kann das weg? – Nächstes Ziel war die Kakushöhle in Dreimühlen.

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Zunächst trafen wir auf die kleinere der beiden Höhlen, genannt Kleine Höhle.

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Anfangs etwas irrierend, aber durchaus bereichernd waren die Duftschwaden, die ein esoterisch angehauchter Besucher (wir sprachen ihn später in der Kakushöhle, wo er durch den Felsen kletterte) dort und auch in der Kakushöhle entzündet hatte.

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Die Kartsteinfelsen sind eine außergewöhnliche Kulisse! Laut Flyer zählen die Höhlen zu den ältesten Plätzen menschlicher Siedlungsgeschichte.

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Bei dem Anblick glaub ich das! Hier nun die große Kakushöhle:

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Klasse! Bei der Weiterfahrt zum nächsten Ziel kamen wir ungeplant am römischen Matronentempel bei Nöthen vorbei, der schlicht Heidentempel genannt wird.

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Die große Anlage steht heute ein wenig abseits des Trubels. Das dürfte damals anders gewesen sein! Immerhin legen irgendwelche Personen noch Opfergaben aus. Prost Mahlzeit! Nun ging es hinauf auf den Michelsberg. Unter den Bergen quasi mein Namensvetter.

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Was ich gar nicht erwähne: Landschaft, Wetter und Aussichten waren traumhaft! Und die Mountainbike-Strecke sehr abwechslungreich.

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Die Sicht war heute sehr gut, trotzdem stelle ich mal das Schild hier ein, da erkennt man doch mehr als auf den eigenen Fotos.

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Zeigen möchte ich hier den Aremberg, den höchsten Berg des Ahrgebirges, der von der Ahr aus gesehen gar nicht auffällig ist. Den bin ich diesen Sommer raufgefahren – ein schöner Anstieg!

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Weiter ging’s. Dieser Hang ist absolut untypisch. Deshalb darf der hier eigentlich nicht gezeigt werden. Alles ringsum war eher Indian Summer.

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Naja, alles nicht… Die erste Sichtung des Radioteleskops bei Effelsberg war ein seltsamer Anblick. Die riesige Konstruktion steht windgeschützt in einem Tal und guckt so halb heraus.

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Das Bauwerk haben wir uns nach einer Stärkung im „Imbiss am Radioteleskop“ aus der Nähe angeschaut. Es ist wirklich beeindruckend, die schneeweiße Schüssel ist beweglich und hat einen Durchmesser von 100 Metern. Der Imbiss ist allerdings auch nicht schlecht, hier gibt es z.B. „Schamanen Colliers“ für lumpige 5 Euro oder Radioteleskop-Schneekugeln! Sowas kaufen wohl die zahlreich anwesenden Holländer. Beim nächsten Besuch schlag ich auch zu!

Bei Effelsberg hatten wir etwa die Hälfte der Tour geschafft. Nun ging es Richtung Bad Münstereifel. Erster Zwischenstopp auf dem Weg dorthin war das Forsthaus Hülloch. Hier hat das Oberkommando des Heeres beim Westfeldzug 1940 gesessen. Große Betonberge von ehemaligen Bunkern zeugen von diesem dunklen Kapitel.

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Das eigentliche Forsthaus auf der anderen Straßenseite ist nicht zugänglich. Hier steht noch ein Postenstand gegenüber der Zufahrt.

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Wir sind dann in der Zeit geblieben und haben das „Führerhauptquartier Felsennest“ in Rodert angeschaut. Auch hier waren Betonberge dominierend.

Wie wohltuend, friedlich und entspannt war dagegen das nächste Ziel: Das Heino-Cafe in Bad Münstereifel.

Der Meister war leider kurz vor unserer Ankunft in seine Privatgemächer entfleucht. Schade! Trotzdem gab es einen Satz Autogrammkarten, natürlich gratis. Übrigens läuft im Cafe tatsächlich Musik von Heino. Wir haben draußen gesessen. Wärmstens empfehlen kann ich den Kuchen namens „Heino“ (Haselnuss-Torte).

Nun ging es langsam auf die Zielgeraden. Als kleines Bonmot hat uns Naviki über eine längere Passage an den Grüns eines Golfplatzes vorbei geschickt. Wir haben es schiebend unbeschadet überstanden, der Rasen auch!

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Nach ein wenig Suchen erreichten wir den Astropeiler Stockert, den wir schon am Morgen von Weitem auf einem Berg stehen gesehen hatten. Unter dem frischen Eindruck von Effelsberg kam uns diese Antenne gar nicht mehr so groß vor.

Nun stand der Besuch in der Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf auf dem Programm, die ein Bauernehepaar „aus Dankbarkeit für ein gutes und erfülltes Leben“ von einem sehr bekannten (mir jedoch nicht) Architekten auf ihrem eigenen Grund errichten ließen.

Auch dieser Abstecher war es wirklich wert! Die Kapelle war die letzte Station, und nach 9 Stunden, 75 Kilometern und 1732 Höhenmetern erreichten wir zufrieden und verschwitzt das Auto. Eine top Tour!

 

Hier weitere Informationen zu den angesteuerten Zielen:

http://www.roemerkanal-wanderweg.de

http://kakushoehle.de

http://www.bodendenkmalpflege.lvr.de/de/bodendenkmal/archaeoregion_test/noethen_2.html

http://www.eifel-blicke.de/go/eifelblicke-detail/33_bad_muenstereifel_mahlberg_michelsberg.html

http://www.mpifr-bonn.mpg.de/effelsberg

https://de.wikipedia.org/wiki/Forsthaus_H%C3%BClloch

https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrerhauptquartier_Felsennest

https://astropeiler.de/

https://www.feldkapelle.de/

 

 

Feierabendtour: Königsforst und Bensberger Schlossweg

Also irgendwie macht das Freude, seine Touren hübsch aufbereitet nachschlagen zu können. Deshalb habe ich den Bleistift gespitzt und berichte von einer kleinen feierabendlichen Radtour. Ich werde noch zum richtigen Blogger…

Bei traumhaftem Spätsommerwetter ging es direkt aus dem Büro vom Rhein durch das rechtsrheinische Köln in den Königsforst nach Bensberg, und dort auf den „Bergischen Streifzug“ Nummer 13, den Bensberger Schlossweg.

Im Königsforst waren einige Pilzsucher unterwegs, und zwar höchst erfolgreich mit vollen Körben. Das ist vielleicht mal ein Projekt für später… Heute jedoch war noch ein Abstecher zum höchsten Berg Kölns drin, dem 118 Meter mächtigen Monte Troodelöh. Am schönen Kettners Weiher führte der Weg auch vorbei. Um so schockierender…

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… das Bensberger Rathaus am Beginn des Wanderweges. Mir gefällt das Ding absolut nicht, auch wenn es von einem hochgelobten Architekten stammt und in eine mittelalterliche Burg integriert wurde. Das Bensberger Schloss – heute ein Luxushotel – sieht wesentlich besser aus und liegt gleich nebenan.

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Erbaut wurde das Schmuckstück natürlich vom Herzog von Jülich. Übrigens hat man vom Eingangstor einen wunderbaren Blick auf Köln. Leider stand die Sonne genau in Blickrichtung, so dass aus dem Foto nichts wurde. Als Ersatz…

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… ist hier von „um die Ecke“ der Blick auf Leverkusen zu sehen. Besser als nix! Der Wanderweg führte dann abwärts in den Wald.

Zwei Ehrenmale weisen auf hier begrabene 4.000 französische und 3.000 österreichische Soldaten hin. Wesentlich friedlicher ging es durch den Hardt-Wald weiter.

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Hier hab ich nicht aufgetankt. Ich trinke lieber Kakao. Dass der folgende See Milchborntalweiher heißt, wunderte mich nun nicht mehr.

Kurz bevor es wieder nach Bensberg hineinging, passierte der Weg eine vorchristliche Ringwallanlage – die Erdenburg, deren Gräben immerhin 230 x 165 Meter umfassen (sagt Wikipedia).

Wie man diese Dimensionen auf ein Foto bannen soll, war mir ein Rätsel. Da fahr ich doch lieber weiter, als mir ergebnislos den Kopf zu zerbrechen! Gesagt, getan – und nach einer längeren Passage an einer Straße fand ich mich am Ausgangspunkt neben dem Bensberger Rathaus wieder. Feierabend! Nach ca. 25 KM bis Bensberg und 9,4 KM Wanderweg in zusammen 2,25 Stunden stieg ich zufrieden in die KVB-Linie 1 Richtung Weiden West.

Hier gibt es Infos zum Bensberger Schlossweg:

https://www.bergisches-wanderland.de/de/roi-details/roi/585/bensberger-schlossweg-streifzug-13/index.html

 

 

 

 

Feierabendtour: Römerkanal und Ville

Eigentlich hab ich echt die Schnauze voll gerade: Als ich am Ende der Tour in Roisdorf in den Zug steigen wollte, war dank eines Spinners auf der Hohenzollernbrücke echtes Bahnchaos, und ich kam mit mehr als einer Stunde Verspätung zuhause an. Zum Abreagieren wird jetzt also ein Blogbeitrag verfasst. Dä! Aber der Reihe nach: Bei dann doch noch wunderbarstem Spätsommerwetter (das war eigentlich schon für gestern angesagt, heute mittag klarte es dann endlich auf) bin ich von der Arbeit direkt losgeradelt. Ich wollte den Römerkanalwanderweg quasi von hinten aufrollen: Die Etappen 6 und 7 des 116 KM langen Weges, der in Köln-Klettenberg endet (bzw. für mich startet) hatte ich mir vorgenommen. Nicht nur der Römer wegen, sondern auch weil der Weg über die Ville ging – ein bislang von mir eher stiefmütterlich behandelter Höhenzug.

Die Etappe 7 des Wanderweges ist für Wanderer meines Erachtens nicht zu empfehlen: Die Strecke führt vor allem an Hauptstraßen und wenig charmanten Örtlichkeiten vorbei. Und Überreste gibt es nicht allzu viele (EDIT: Wie ich nun sehe, bin ich an ein paar Stücken in Hürth vorbeigerauscht. Ich kann’s verschmerzen…)

Das sind sie – erstaunlich gut gesichert und beschrieben. „Der rund 100 km lange Römerkanal von Nettersheim nach Köln ist eine fast zweitausend Jahre alte ingenieurtechnische Meisterleistung.“, heißt es im Werbeprospekt. Das seh ich auch so! Die wichtigsten Überreste in der Eifel hatte ich vor Jahren bei einer Exkursion im Studium angeschaut, und zwar bei Prof. Grewe, der auch dieses detaillierte Werk über den Römerkanal verfasst hat:

http://www.traianvs.net/pdfs/2005_romerkanal.pdf

Wer das gelesen hat, weiß wirklich alles, würde ich sagen.

Kurz hinter Alt-Hürth wurde es das erste mal landschaftlich nett, und das sollte sich im weiteren Verlauf noch steigern.

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Die Strecke ist ganz gut ausgeschildert und – obwohl Wanderweg – bis auf wenige Stellen auch problemlos mit dem Rad zu bewältigen.

Hinter Fischenich ging es dann in den Wald und an die Seen im renaturierten Tagebaugebiet. Der erste See lag allerdings noch bei Alt-Hürth und war gleich sehr schön. Nur eine Steigung später bekam ich mit Blick über Hermühlheim dann Köln aus einer ganz unbekannten Perspektive gezeigt:

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Eigentlich waren die Ausblicke das prägende Element dieser Tour, dann die Seen und auf Platz 3 die Wasserleitung. Also in meinem persönlichen Ranking, was ich im folgenden trefflich belegen werde 🙂

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Kurz darauf öffnete sich z.B. der Blick und man sah den Köln-Berg, Wesseling und im Hintergrund das Siebengebirge. Hoch ist die Ville ja nicht, aber von oben kriegt man schon was zu sehen! Übrigens ist die Ville geologisch betrachtet ein Halbhorst, was ich ganz großartig finde.

Weiter ging’s! Das ist der Margarethenweiher, der mir noch besser gefiel als der wesentlich größere Heider Bergsee kurz danach.

Hier wurde immerhin Wassersport betrieben (die Kanuten) und gechilled (die Enten).

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Der Wald ist wohl schon der Kottenforst. Herbstlich sieht es noch nicht aus, nur eine Kastanienallee war schon völlig kahl (um genau zu sein die Von-Weichs-Straße (!) am Schloß Rösberg). Es war jedenfalls eine schöne Strecke, die an einigen weiteren Seen vorbeiführte, mal in Sichtweite, mal etwas entfernt, aber immer in erreichbarer Distanz.

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Einmal muss ich die Römer doch noch ins Spiel bringen: Die Steine der Wasserleitung wurden in späteren Zeiten für alles mögliche verwendet, z.B. für diese Friedhofsmauer.

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Apropos Steine: Ich bin Mitglied der Facebook-Gruppe „Gärten des Grauens“ und beim Anblick dieser Steinwüste hüpfte mein Herz höher. Oder es blieb vor Schreck stehen, ich weiß es nicht mehr genau, es müsste jedenfalls in Hemmerich gewesen sein. Furchtbar!

Nach gut 40 KM verließ ich oberhalb von Roisdorf dann an einem Golfplatz den Römerkanalwanderweg und am leider geschlossenen Restaurant „Heimatblick“ ging es hinab in den Ort zum Bahnhof. Der Heimatblick ins Rheintal war allerdings so toll, dass ich zum ersten Mal in meinem fortgeschrittenen Leben ein Panoramabild gemacht habe.

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Naja, ganz gelungen ist es nicht, denn ganz links war der Kölner Dom zu sehen und ganz rechts Bonn und das Siebengebirge. Also hier noch mal konventionell:

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Bonn und das Siebengebirge. Toll, oder? Insgesamt war ich ziemlich genau 50 KM unterwegs, in 3,5 Stunden. Irgendwann sind dann die restlichen Etappen des Römerkanalwanderweges fällig. Alle Infos zu diesem gibt es hier:

www.roemerkanal-wanderweg.de

www.freundeskreis-roemerkanal.de

http://www.nordeifel-tourismus.de/fileadmin/content/Broschueren/PocketguideRoemerkanal-Wanderweg.pdf

Das war meine Strecke:

https://www.naviki.org/de/naviki/route-planen/?tx_naviki_pi_way%5Buid%5D=12918774#p=50.77858945556799,6.951942443847656&z=12

Radtour Eifel-Maare-Mosel

Der Sommer neigt sich schon fast dem Ende entgegen. Vorher wollten Anna und ich noch eine Radtour auf dem Maare-Mosel-Radweg machen und Annas alte Heimat anschauen. Der Plan: Samstag nach Schalkenmehren, Übernachtung am Maar, Sonntag von dort an die Mosel und ein Stück an ihr entlang und mit dem Zug nach Hause. Soviel sei schon verraten: Das hat alles bestens funktioniert!

Los ging es aus Mayen über Monreal Richtung Westen. Auf sehr schöner und abwechslungsreicher Strecke ging es vorbei an der „Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr“ (Ein riesiges Gelände – was es nicht alles gibt…) und über den leicht verschlammten Wanderweg durch das Enderttal nach Ulmen.

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Das dortige Maar ist eher klein, war aber wegen einer Baustelle nicht zu umrunden. Macht nix! Die drei Dauner Maare lagen ja noch vor uns.

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Auf dem Weg dorthin hatten wir immer wieder einen sehr weiten Blick. So macht das Fahren Spaß! Vor allem, wenn es durch putzige Orte wie Meiserich geht. In Daun war dann der Einstieg in den Maare-Mosel-Radweg, der fast ausschließlich auf einer ehemaligen Bahntrasse entlangführt.

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Einige Relikte aus der Eisenbahnzeit hat man stehenlassen. Diesen Tunnel konnte man sowieso nicht entfernen, zum Glück. Er heißt Großes Schlitzohr, ist 560 Meter lang und liegt zwischen dem Gemünder Maar, siehe Foto (hier feierte Moltke im Jahr 1847 Geburtstag, wie eine Steintafel verriet) …

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… und dem Weinfelder Maar (kein Foto).

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Wie auf der Tafel ersichtlich, ging es zum Weinfelder Maar bergauf. Das folgende Foto lässt die Steigung nur erahnen:

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Nun war unser Quartier am Schalkenmehrener Maar nicht mehr weit – ein Schäferwagen direkt am Ufer.

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Sehr nett, das Ganze. Zumal wir noch einen tierischen Untermieter hatten.

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Und so war nach ziemlich genau 70 KM und einigen Höhenmetern gerade noch rechtzeitig vor dem großen Regen Schluss für heute.

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Am Sonntag erwachten wir bei frischen Temperaturen. Und einem traumhaften Morgenpanorama am Schalkenmehrener Maar.

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Toll! Der Radweg ging nun tendenziell bergab, und das nächste Maar war schnell erreicht.

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Auch am Holzmaar waberte noch der Nebel. Trotz außergewöhnlicher Schönheit war kaum jemand unterwegs. Es gibt halt viele schöne Plätze in der Eifel! Der nächste feste Programmpunkt war Flußbach. Hier hat Anna während ihres Refrendariats an einer Schule in Wittlich gewohnt.

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Mir als altem Schweinefreund hat es in Wittlich übrigens sehr gut gefallen! Nachdem schon früh die Sonne herausgekommen war, wurde es in der Wittlicher Senke noch einmal kühl und neblig. Trotzdem waren die letzten Kilometer zur Mosel sehr schön zu fahren, vor allem das Liesertal hatte es mir angetan.

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So schaute es dort aus. Auf der rechten Flanke wuchs andernorts der erste Wein. Und so erreichten wir bei Lieser die Mosel, die in strahlendes Sonnenlicht getaucht war.

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Vorbei an Bernkastel-Kues (hier fand das „Weinfest der Mittelmosel“ statt mit entsprechendem Menschenauflauf), Kröv und Traben-Trabach ging es nach Bullay und seinem Bahnhof. Nach 104 Kilometern war erstmal Endstation, mit dem Zug ging es über Koblenz nach Hause. Was für ein schönes Wochenende!

Hier gibt es alle Infos zum Maare-Mosel-Radweg:

https://www.eifel.info/a-maare-mosel-radweg