Dreiländerecktour, Tag 2

Rein fahrtechnisch wäre die Tour auch an einem Tag machbar gewesen. Aber so war es deutlich entspannter und wir konnten am Abend noch Aachen besichtigen. Am nächsten Tag ging es in den Norden von AC, nahe der holländischen Grenze.

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Das sieht man rund um Aachen häufiger: Reste des Westwalls. Hier bei Vetschau. In Herzogenrath bzw. Kerkrade liegt die Neustraße. Linke Straßenseite: Holland. Rechte Straßenseite: Deutschland. Irgendwie sehr sympathisch, das Ganze!

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In Herzogenrath sind wir dann wieder nach Süden abgeschwenkt. Durch das sehr schöne Wurmtal ging es zurück nach Aachen.

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Wir sind dann in der Soers gelandet, hier ein für mich ungewohnter Anblick von et Janze. Rechts der Lousberg.

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Vorbei am Reitstadion ging es zum alten Tivoli.

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Hier ist ein Neubaugebiet inkl. häßlichem Hotel entstanden. Im Hintergrund am Ende der Straße sind die Reste des Würselener Walls zu sehen. Die Straßen heißen: An der Haupttribüne, Stadionweg, Würselener Wall und Am Tivoli. Seufz. Durch den Kurpark vorbei an Casino und Eurogress ging es über den Kaiserplatz zum Bahnhof. Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal, Aachen!

 

Dreiländerecktour, Tag 1

Ein Wochenende mit Anna, zurück in die alte Heimat: Aachen. Wiedersehen und Neues entdecken stand auf dem Programm. Für Anna war es Neuland.

Per Zug ging es nach Stolberg. Und dann mit dem Rad südlich um Aachen herum. Im Brander Wald stehen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz Panzer in der Gegend rum.

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Einen haben wir gefunden. Immerhin. Weiter ging es nach Kornelimünster mit historischer Altstadt und Abtei. Ein schönes Dorf!

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Nach einem kleinen Snack im Gut Entenpfuhl ging es nach Belgien. Hier stach das Göhltalviadukt bei Moresnet ins Auge.

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Ganz abgefahren ist der Kalvarienberg im benachbarten Wallfahrtsort Moresnet-Chapelle.

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Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten! Übrigens wird bald ein neues Pilgerzentrum errichtet. Na dann! Nun galt es, den höchsten Berg der Niederlande zu erklimmen.

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Das gelang planmäßig. Hier ist das Dreiländereck D – B – NL. Den Aussichtsturm auf belgischer Seite haben wir besucht. Das lohnt sich!

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Hier ein Blick über Aachen, im Hintergrund ist die Sophienhöhe zu erkennen. In Aachen lag unser Quartier im Zentrum, sogar mit Blick auf das Rathaus, wenn man den Kopf aus dem Fenster streckte. Dom, Rathaus, Elisenbrunnen haben wir noch besichtigt, einiges andere haben wir im Vorbeifahren gesehen. Schön, noch mal dagewesen zu sein!

Ahrtour und „Toskana in der Eifel“

Die Ahr war ich schon mal im allerfrühesten Frühjahr gefahren, als noch kein Grün zu sehen war. Nun war die Gelegenheit, dass ich mir diese schöne Gegend mal bei besseren Bedingungen anschaue. Gesagt, getan! Als ich um 5.40 Uhr im Bett auf die Uhr schaute, beschloss ich, den Zug um 6.11 Uhr ab Hauptbahnhof zu nehmen. Ein überaus hurtiger Start in den Tag!

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In Blankenheim-Wald (so eine Art Frankfurt-Haan unter den Bahnhöfen) war der Ahrradweg (und ein paar andere) schon ausgeschildert. Erste Aufreger waren die römische Villa in Blankenheim sowie das schmalste Haus des Ortes, das gerade mal 2,01 Meter breit ist (ob es zum Ausgleich unendlich lang ist, habe ich nicht überprüft).

http://www.roemervillablankenheim.de/startseite/?id=27006

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Aber natürlich ging es hauptsächlich um die Ahr, die in Blankenheim entspringt. Schon cool, einen Fluß komplett von der Quelle bis zur Mündung zu fahren. Der Ahrradweg ist 75 KM lang, das ist für eine Tagesetappe etwas zu wenig.

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Deshalb musste noch Strecke her, und ich hatte mir den Wanderweg „Toskana in der Eifel“ ausgesucht, so benannt wegen des dort wachsenden Wacholders, der aussieht wie die Zypressen in der Toskana. Kurz hinter Blankenheim ging es also weg vom Ahrradweg nach Ripsdorf. Toskanafeeling kam erstmal nicht auf, es ging ins Lampertstal.

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Ein sehr schönes Tal! Der namengebende Bach verschwindet an einer sog. Bachschwinde, die auch Schluckloch (sic!) genannt wird, und fließt unterirdisch weiter. Das nennt man Verlierbach. „Lampertsbach: Total loser!“, sagte der Trump in mir unwillkürlich.

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Bei Alendorf wurde die Landschaft wirklich interessant. Hier ist eines der größten Wacholderschutzgebiete Deutschlands. Höhepunkt war der tolle Rundumblick vom Kalvarienberg auf die Schutzgebiete und weit darüber hinaus. Der geneigte Leser kann das hier nachvollziehen:

http://www.eifel-blicke.de/go/eifelblicke-detail/15_blankenheim_alendorf_kalvarienberg.html

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Der sehr schöne Wanderweg kann gut mit dem Fahrrad bewältigt werden. Es ist diese Strecke:

https://www.gps-tour.info/de/touren/detail.128508.html

Nun ging es wieder an die Ahr. Der Radweg ist sehr gut ausgebaut, die Gegend ist wirklich schön. Hier Antweiler. Links oben zwischen und oberhalb von den Bäumen erkennt man das Ziel meiner zweiten Extratour dieses Tages.

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Es ist der höchste Berg des Ahrgebirges, der Aremberg (623 HM). Von der Bäckerei – Cafe – Konditorei Klapperich in Antweiler ging es auf 4 KM Strecke etwa 300 Höhenmeter hinauf zum Schloß Aremberg auf dem Aremberg. Das dazugehörige Örtchen heißt sinnigerweise ebenfalls Aremberg.

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Das obligatorische Gipfelselfie. Aussicht gibt es vom Gipfel keine, aber vom Ortsrand hat man einen weiten Blick übers Land. Nächstes Ziel war Sierscheid, denn hier sollte es auch gute Ausblicke geben. Das war die Gelegenheit, ein paar zusätzliche Kilo- und Höhenmeter zu sammeln.

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Und so kam es auch. Links im Bild ist Dümpelfeld und rechts Insul, wo ich den Radweg Richtung bergauf verlassen hatte. Zurück im Ahrtal ließ ich das Rad ein bisschen rollen. Die ersten Weinberge gab es (erst) bei Altenahr.

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Und zwar genau nach Durchfahren des linken Tunnels (Mitte Eisenbahn, rechts Straße). Nun ging es durch die Weinberge – eine Landschaft, die mir doch etwas zu künstlich ist. Nun ja, auf dem Südhang war Wein, auf der anderen Seite Wald. Pausen habe ich keine mehr gemacht und bin durch Bad Neuenahr-Ahrweiler Richtung Ahrmündung gefahren.

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Das ist der ausgeschilderte Start- oder Endpunkt des Ahrradweges in Remagen-Kripp. Die Mündung liegt ein paar hundert Meter weiter südlich. Da musste ich natürlich noch mal hin. Ordnung muss sein!

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Das ist sie, die Ahrmündung. In Remagen ging es in den Zug Richtung Heimat. Eine klasse Tour! Die hat Vorfreude gemacht, denn nächsten Freitag geht es mit Anna nach Sylt, von wo aus wir so weit wie möglich in Deutschlands Süden radeln wollen.

Fazit: Start 7.35 Uhr ab Blankenheim-Wald, Zielbahnhof Remagen um 15.35 Uhr erreicht = 8 Stunden, ziemlich genau 125 KM. So sah die Tour aus:

Ahrradweg:

https://www.eifel.info/a-ahr-radweg

Extratour „Toskana in der Eifel“:

https://www.naviki.org/de/naviki/route-planen/?tx_naviki_pi_way%5Buid%5D=12809357

Extratour Aremberg:

https://www.naviki.org/de/naviki/route-planen/?tx_naviki_pi_way%5Buid%5D=12810532#

Extratour Sierscheid:

https://www.naviki.org/de/naviki/route-planen/?tx_naviki_pi_way%5Buid%5D=12810494#p=50.45023027953769,6.908777777709969&z=15

 

 

 

 

Hürtgenwaldtour

Das Protestcamp im Hambacher Wald wollte ich mir immer schon mal anschauen. Das ließe sich mit einer Tour durch den Hürtgenwald verbinden, dachte ich mir. So ging es am frühen Morgen von Ehrenfeld nach Langerwehe.


Hier grüßt freundlich der kleine Bruder des „Indemanns“, der tapfer seinen rechten Arm in die Höhe streckt. Noch im Ort ging es bergauf und gleich in den Wald.


Die Strecken, die der Routenplaner für das MTB auswirft, sind manchmal nicht wirklich fahrbar, aber sowas macht doch eigentlich viel Spaß!


In Schevenhütte stieß ich auf dieses Schild. Die RTF-Strecke hab ich nun dauernd gekreuzt oder war auf ihr unterwegs. Erstes nennenswertes Zwischenziel war die Wehebachtalsperre.


Die hat derzeit extrem wenig Wasser. Durch den Hürtgenwald ging es nach Raffelsbrand.


Am Forsthaus Jägerhaus ist der höchste Berg meines Heimatkreises Düren. Der sehr gute Blick von Aachen bis Köln war heute leider total vernebelt. Hier sieht man es richtig:

http://www.eifel-blicke.de/go/eifelblicke-detail/42_huertgenwald_raffelsbrand_jaegerhaus/1/0/1.html

 


An der „Raffelsbrand Junction“ vorbei, die im Zweiten Weltkrieg eine Rolle spielte, führte die Strecke über einen Bohlenweg durch Moor und Wald. Das war echt klasse!

​Nun lagen die Spuren des Krieges am Wegesrand.

​Im schönen Simonskall hatte ich mir den Westwallwanderweg ausgeguckt. Natürlich per Rad. Alle Infos gibt es hier:

http://www.rureifel-tourismus.de/wandern/wanderland-rureifel/a-westwall-weg

 


Der ein oder andere Bonkrrr. Aber auch Aussicht.


Als Verpflegung hatte ich Fingerfood dabei, das von Sophias gestriger Taufe übrig geblieben war. Mann, war das lecker!!!


Von Simonskall ging es noch einmal richtig bergauf. Auf dem Weg lagen die Gedenkstätten von Vossenack…

​… und Hürtgen.


Über Kleinhau, Straß, Gey und Birgel ging es auf dem Radweg bzw. auf ausgeschilderter Strecke zum Bahnhof nach Düren. Für heute hat es gereicht, das Protestcamp muss noch etwas auf mich warten.

Fazit: Start 7 Uhr ab Eisheiligenstraße, 7.50 Uhr ging es in Langerwehe aufs Rad, Düren Bahnhof 13.35 Uhr erreicht und 14.10 Uhr wieder zuhause = 5.45 Stunden auf dem Rad, ca. 5 Stunden reine Fahrtzeit. Ca. 75 KM Strecke und laut Naviki mehr als 1.500 Höhenmeter. Da Naviki offensichtlich eher großzügig ist mit Höhenmetern, dürften es etwa 1.200 HM gewesen sein. So sah die Tour aus:

Teil 1: Langerwehe – Simonskall:

https://www.naviki.org/de/naviki/route-planen/?tx_naviki_pi_way%5Buid%5D=12800353#p=50.75203485813454,6.183734443359388&z=11

Teil 2: Westwallwanderweg:

https://www.naviki.org/de/naviki/route-planen/?tx_naviki_pi_way%5Buid%5D=12800022#p=50.65874844863145,6.327745555419924&z=14

Teil 3: Simonskall – Düren:

https://www.naviki.org/de/naviki/route-planen/#p=50.764693667025014,6.373786926269531&z=12&d%5B0%5D=50.66713,6.35396&d%5B1%5D=50.73988,6.43364&d%5B2%5D=50.80896,6.48125&rp=daily

Nachtrag: Der Bohlenweg bei Raffelsbrand   ist ein Bodenlehrpfad, der durch das Todtenbruch führt. Weitere Informationen gibt es hier:

http://www.huertgenwald.de/de/tourismus-geschichte/tourismus/bodenlehrpfad-raffelsbrand/

Der Tag danach

Den Hintern mit Babyöl einreiben, Sonnenbrand von der Haut kratzen oder mich wie ein Junkie wieder aufs Rad setzen – das musste ich alles nicht. Heute will ich aber partout nicht vor die Tür, selbst der Garten, auf den ich mich schon seit Tagen sehr freue, kann mich nicht locken. Innendienst und vorm Rechner sitzen sind gerade viel verlockender.

Inklusive Anreisetag war ich 30 Tage unterwegs, mehr als 2.800 Kilometer bin ich durch sieben Länder gefahren. Mit den abendlichen Erkundungs-Kilometern komme ich locker auf über 3.000. Eine schöne Zahl! Schön auch, dass mich die Tour nicht an die konditionellen oder körperlichen Grenzen gebracht hat. Längere Radtouren werde ich in den nächsten Tagen nicht machen, ich habe aber auch nicht das Gefühl, mich jetzt in Watte packen zu müssen.

Gegenüber der Planung bin ich fünf Tage früher zu Hause: je einen Tag habe ich in Deutschland und Lettland durch Verlängerung von Etappen gewonnen; in Estland einen, weil ich statt des langen Bogens über Radweg den direkten Weg über Straße gefahren bin; in Helsinki, weil ich keinen zusätzlichen Tag geblieben bin und im Kaliningrader Gebiet, weil ich die geplante Strecke verkürzt habe. Ich wollte so schnell wie möglich da weg.

Die Tour war vom ersten bis zum letzten Tag großartig! Das Wetter spielte auch mit, und ich würde alles noch mal so machen. Für kommende Urlaube habe ich schon ein paar Touren-Ideen im Kopf. Eine Einschränkung muss ich allerdings machen: Eine so weite bzw. so lange Tour werde ich wahrscheinlich erstmal nicht machen wollen. So wie ich die Sache angehe mit relativ vielen Kilometern, Sightseeing und spontaner Suche der Unterkunft sind drei Wochen genug. Mal sehen, was nächstes Jahr so geht!

Das Bloggen hat großen Spaß gemacht! Das war die gedankliche Verbindung zur Heimat und hat mich motiviert, doch mal ein paar Fotos zu machen. Vor allem habe ich die Tour dadurch intensiver erlebt, weil ich mir Abends Gedanken über den Tag machen und diese dann noch zu Papier bringen musste.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und die Kommentare, Mails und Whatsapp-Nachrichten!

Dieses Blog endet hier.

 

Tag 29: Nienburg – Paderborn

Wuppidu! Es ist vollbracht! Nach einer langen Etappe warte ich auf den RE1, der mich ohne Umsteigen nach Köln bringt. Schade, dass das Nomadenleben ein Ende hat. Aber ich bin froh, dass das Leben wieder in ruhigeren Bahnen verläuft. Die Tour war schon im ganz hohen Drehzahlbereich, und irgendwann muss ich mal den Gang rausnehmen. Doch wie hat meine Mama immer gesagt: Erst die Arbeit, dann das Spiel – nach der Reise kommt das Ziel! Deshalb heute noch einmal in die Pedale! Ein anderes Ziel als der Ausgangspunkt wäre mir nicht richtig vorgekommen, deshalb auf nach Paderborn. Bis Vlotho ging es auf dem vielbefahrenen Weserradweg.


Bei Minden überquert der Mittellandkanal die Weser. Links geht es zur gerade im Bau befindlichen Schleuse, die die Schiffe ein paar Etagen tiefer in die Weser setzt. Ein abgefahrenes Bauwerk!


Ganz cool war es, auf den Durchschlupf bei Porta Westfalica zuzufahren. Den schönen Weserradweg werde ich mir mal gesondert vornehmen! Ab Vlotho (Inspiration für „Ottos Mops hopst“!?) kamen einige Höhenmeter ins Spiel, und ich habe mich von Ort zu Ort gehangelt. Seltsam: Wenn man sonst nach Hause fährt, werden die Namen immer vertrauter. Hier sind das alles böhmische Dörfer.


Dann ist endlich Paderborn angezeigt. So ein Schild verleiht noch einmal Flügel!


Und dann stand ich nach genau 30 Tagen wieder am Ausgangspunkt. Müde, aber glücklich!

Fazit: Start 8.15 Uhr, Ankunft 18.00 Uhr = 9,75 Stunden = 150 Kilometer bei tendenziellem Gegenwind, aber sonst guten Bedingungen. Strecke: Ab Nienburg die offizielle Route des Weserradwegs bis Vlotho, Bad Salzufflen, Leopoldshöhe, Oerlinghausen, Hövelhof, Sennelager, Schloß Neuhaus, Paderborn.

Tag 28: Lüneburg – Nienburg/Weser

Uff! Das war ein anstrengender Tag! Der Wind bläst beständig aus Westen, was mir bei der Fahrt gen Osten sehr geholfen hat. Aber jetzt geht’s ja in die andere Richtung, und so hatte ich bei meinem letzten touristischen Umweg dieser Tour eine steife Brise mitten im Gesicht. Die Lüneburger Heide war das Ziel, da wo sie am ursprünglichsten ist. Wilsede heißt der pittoreske Ort.


Nach einer wegen Regen verspäteten Abfahrt ging es bei richtig usseligem Scheiß-Wetter über die Dörfer. Im Herz der Heide wurde ich stilecht von einer blökenden Herde Heidschnucken empfangen. Die Freude war ganz meinerseits!


Hier der Blick vom Wilseder Berg auf die typische Heidelandschaft.


Und das ist der Totengrund. Eine außergewöhnliche Landschaft, die hauptsächlich von Rentnern bevölkert wird (mein Eindruck heute jedenfalls), die sich mit Kutschen durch die Gegend fahren lassen. Hier erfolgte der Richtungswechsel nach Süden, so dass der Wind nicht mehr ganz so bremste. Das mögliche Etappenziel Bad Fallingbostel habe ich gleich verworfen, denn die erste Person, die ich traf, war ein älterer Herr mit kurzen Hosen und schneeweißen Thrombosestrümpfen. Kneipp-Heilbad und Luftkurort hin oder her – Das roch mir zu sehr nach Friedhof! Und so hab ich richtig durchgezogen und bin eine lange Etappe gefahren. Der Zielort Nienburg an der Weser kann nicht nur mit einem Spargel-, sondern auch mit dem Niedersächsischen Polizeimuseum aufwarten. Wieder ein sehr schönes Städtchen, Stichwort Weserrenaissance.

Um nicht schon wieder Fachwerk zu zeigen, hier die Abendstimmung an der Weser. Da schien sogar wieder die Sonne.


Und das ist der Blick aus meinem Hotelzimmer. Wenn ich ein 180-Grad-Objektiv hätte, könnte man auf der anderen Seite die Weser sehen. Denn genau an meinem Balkon mündet der Steinhuder Meerbach in die Weser. Sehr nett!

Fazit: Start 8.45 Uhr, Ankunft 18.30 Uhr = 9,75 Stunden = 145 Kilometer bei schweren Bedingungen mit Regen und starkem Gegen- und Seitenwind. Strecke: Lüneburg, Heideradweg bis Wilsede, Bispingen, Soltau, Bad Fallingbostel, Walsrode, Rethem, Nienburg. So wie es aussieht, schlafe ich morgen wieder in meinem eigenen Bett. Juhu! Das wird eine lange Etappe, aber es sollte zu schaffen sein. Züge nach Köln fahren ab Paderborn bis abends spät.

Hier wimmelt es übrigens von Freizeitparks: Weltvogel-, Heide-, Magic- und Serengeti-Park, alle auf ein paar Quadratkilometern. Letzterer im schönen Hodenhagen.